Formlabs High Temp Resin 3D-Druck
Formlabs High Temp Resin 3D-Druck ist für Prototypen, Formen, Einsätze und Funktionsteile gedacht, bei denen kurzzeitig hohe Temperaturen eine zentrale Rolle spielen. Nach der vollständigen Nachhärtung inklusive thermischem Ofenschritt nennt Formlabs eine Wärmeformbeständigkeitstemperatur von 238 °C bei 0,45 MPa. Ohne diesen Ofenschritt liegt der Wert deutlich niedriger – die konkrete Anwendung muss ohnehin über reale Last und Temperatur bewertet werden.

Steife und technische SLA-Materialien im Vergleich
High Temp Resin: hohe HDT, aber keine pauschale Dauergebrauchstemperatur
High Temp Resin ist vor allem dann spannend, wenn ein steifes SLA-Bauteil kurzfristig hoher Wärme ausgesetzt wird. Typisch sind Heißluftführungen, Formen, Einsätze oder Prüfteile. Wichtig ist die saubere Einordnung: HDT beschreibt eine genormte Verformungsgrenze unter definierter Belastung und ist nicht automatisch identisch mit einer zulässigen Dauergebrauchstemperatur.
Nicht nur Maximaltemperatur, sondern Dauer, Last, Medienkontakt und Temperaturwechsel sind entscheidend.
Die Hochtemperaturwerte werden nur mit UV-Nachhärtung und zusätzlichem thermischem Ofenschritt erreicht. Ohne diesen Schritt sinkt die HDT erheblich.
Die geringe Bruchdehnung verlangt konstruktiv saubere Lastpfade, Radien und eine Vermeidung von Kerbspannungen.
High Temp Resin – typische Herstellerwerte
Die folgenden Kennwerte stammen aus Formlabs-Herstellerangaben. Sie dienen der Materialeinordnung und nicht als garantierte Eigenschaft jedes gedruckten Bauteils.
| Kennwert | Typischer Herstellerwert (UV- und thermisch nachgehärtet) |
|---|---|
| Maximale Zugfestigkeit | 49 MPa |
| Zugmodul | 2,8 GPa |
| Bruchdehnung | 2,3 % |
| Biegefestigkeit | 97 MPa |
| Izod, gekerbt | 17 J/m |
| HDT bei 1,8 MPa | 101 °C |
| HDT bei 0,45 MPa | 238 °C |
| Wärmeausdehnung | 75 µm/m/°C |
Hinweis: Diese Werte gelten für die vollständige Nachhärtung inklusive thermischem Ofenschritt (Formlabs: 120 min bei 80 °C in der Form Cure, anschließend 180 min bei 160 °C im Ofen). Ohne diesen Ofenschritt nennt Formlabs unter anderem eine HDT bei 0,45 MPa von rund 120 °C, eine Zugfestigkeit von 58 MPa und eine Bruchdehnung von 3,3 %. HDT ist außerdem keine garantierte Dauergebrauchstemperatur; temperaturkritische Anwendungen sind projektspezifisch zu prüfen.
Bauteil statt Datenblatt auslegen
Für Werkzeug- oder Thermoanwendungen sollten die maximal auftretenden mechanischen Spannungen bei Temperatur bekannt sein. Große massive Querschnitte, Schraubvorspannung, Medienkontakt und Temperaturzyklen können das Verhalten deutlich beeinflussen. Bei extrem hoher Steifigkeit ist Rigid 10K eine Alternative; bei zertifizierter Flammhemmung Flame Retardant Resin.
Bauteil mit KIT3D besprechen →Wo das Material in der Praxis sinnvoll ist
Für Industriekunden zählt nicht der Materialname, sondern ob die Kombination aus Geometrie, Belastung, Oberfläche und Stückzahl zum Projekt passt.
- Hitzebeständige Prototypen
- Heißluft- und Fluidführungen
- Formen und Einsätze
- Thermische Prüfadapter
- Hitzebelastete Halterungen
- Rapid Tooling für kleine Stückzahlen
Wann ist dieses Material nicht die richtige Wahl?
Nicht ideal für schlagbelastete, flexible oder zyklisch stark verformte Teile. Auch für sicherheitskritische Hochtemperaturanwendungen darf der HDT-Wert nicht als alleinige Freigabe verwendet werden.
Häufige Fragen zu High Temp Resin 3D Druck
Konkrete Antworten für Konstruktion, Einkauf und technische Projektbewertung.
Wie temperaturbeständig ist High Temp Resin?
Formlabs nennt eine HDT von 238 °C bei 0,45 MPa und 101 °C bei 1,8 MPa – jeweils nach UV- und zusätzlicher thermischer Nachhärtung im Ofen. Wird nur UV-nachgehärtet, liegt die HDT bei 0,45 MPa laut Formlabs bei rund 120 °C.
Ist 238 °C die Dauergebrauchstemperatur?
Nein. Die HDT ist ein Prüfkennwert und keine pauschale zulässige Dauergebrauchstemperatur.
Eignet sich High Temp Resin für Formen?
Ja, insbesondere für Rapid-Tooling-Anwendungen und temperaturbelastete Einsätze. Druck, Zyklenzahl, Entformung und Medien müssen zum Projekt passen.
High Temp oder Rigid 10K?
High Temp fokussiert maximale Wärmeformbeständigkeit; Rigid 10K kombiniert sehr hohe Steifigkeit mit hoher Temperaturbeständigkeit. Die Geometrie und Last entscheiden.
Muss High Temp Resin nachgehärtet werden?
Ja – und zwar zweistufig. Die Spitzenwerte erreicht das Material erst mit UV-Nachhärtung plus thermischem Ofenschritt bei 160 °C. Ohne den Ofenschritt ist es weiterhin einsetzbar, aber deutlich weniger temperaturbeständig.
Kann das Material in sicherheitskritischen Anwendungen eingesetzt werden?
Nur nach projektspezifischer Prüfung und gegebenenfalls zusätzlicher Qualifikation. Herstellerkennwerte allein ersetzen keine Bauteilfreigabe.
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