Formlabs Rigid 10K Resin 3D-Druck
Formlabs Rigid 10K Resin 3D-Druck ist ein hochgradig glasgefülltes Engineering-Harz für extrem steife, maßstabile Bauteile, Formen und Werkzeuge. Mit einem Zugmodul von rund 11 GPa und hoher Wärmeformbeständigkeit ist es besonders für Rapid Tooling und präzise Industriekomponenten interessant.

Steife und technische SLA-Materialien im Vergleich
Rigid 10K Resin: maximale Steifigkeit für Rapid Tooling und Präzisionsbauteile
Rigid 10K Resin kommt dort ins Spiel, wo Verformung unter Last möglichst gering bleiben soll. Das Material ist deutlich steifer als Standard- oder Tough-Harze und kann für Formen, Lehren, Einsätze und hochpräzise Funktionsteile eine Alternative zur spanenden Fertigung kleiner Stückzahlen sein.
Der hohe Glasfüllgrad reduziert elastische Verformung und unterstützt maßhaltige Werkzeug- und Prüfgeometrien.
Die Kehrseite der Steifigkeit: Bauteile müssen kerbarm ausgelegt und vor Schlagbelastung geschützt werden.
Die Kombination aus hoher HDT und vergleichsweise niedriger Wärmeausdehnung ist für Werkzeuganwendungen besonders relevant.
Rigid 10K Resin – typische Herstellerwerte
Die folgenden Kennwerte stammen aus Formlabs-Herstellerangaben. Sie dienen der Materialeinordnung und nicht als garantierte Eigenschaft jedes gedruckten Bauteils.
| Kennwert | Typischer Herstellerwert (nachgehärtet und gestrahlt) |
|---|---|
| Maximale Zugfestigkeit | 88 MPa |
| Zugmodul | 11 GPa |
| Bruchdehnung | ca. 1,7 % laut TDS |
| Biegemodul | 9,9 GPa |
| Biegefestigkeit | 158 MPa |
| Izod, gekerbt | 20 J/m |
| HDT bei 0,45 MPa | 238 °C |
| HDT bei 1,8 MPa | 92 °C |
| Wärmeausdehnung 0–150 °C | 41 µm/m/°C |
Hinweis: Diese Werte gelten für nachgehärtete und anschließend gestrahlte Bauteile – die Kondition, die Formlabs als Spitzenwert ausweist. Ohne Strahlen nennt Formlabs unter anderem 65 MPa Zugfestigkeit, 10 GPa Zugmodul, 126 MPa Biegefestigkeit und eine HDT bei 0,45 MPa von 163 °C (nur UV-nachgehärtet) beziehungsweise 218 °C (zusätzlich thermisch nachgehärtet). Zur Bruchdehnung weichen die Formlabs-Quellen voneinander ab: Das Datenblatt nennt 1,7 %, die Produktseite 0,7 %. Für Konstruktion und Freigabe ist das aktuelle TDS maßgeblich.
Bauteil statt Datenblatt auslegen
Rigid 10K sollte mit großzügigen Radien und ohne unnötig scharfe Kerben konstruiert werden. Verschraubungen benötigen ausreichend Material um Bohrungen und definierte Auflageflächen. Bei Werkzeugen sind Druck, Entformkräfte, Temperaturwechsel und Zyklenzahl vorab zu bewerten.
Bauteil mit KIT3D besprechen →Wo das Material in der Praxis sinnvoll ist
Für Industriekunden zählt nicht der Materialname, sondern ob die Kombination aus Geometrie, Belastung, Oberfläche und Stückzahl zum Projekt passt.
- Spritzgussformen und Einsätze für Kleinserien
- Thermoform- und Blasformwerkzeuge
- Prüflehren und hochsteife Vorrichtungen
- Hitzebelastete Halterungen
- Aerodynamik- und Strömungsmodelle
- Maßstabile technische Prototypen
Wann ist dieses Material nicht die richtige Wahl?
Nicht für flexible Clips, schlagbeanspruchte Schutzteile oder dynamisch stark verformte Komponenten. Wenn etwas Nachgiebigkeit gewünscht ist, sind Tough 1500/2000 meist robuster.
Häufige Fragen zu Rigid 10K Resin 3D Druck
Konkrete Antworten für Konstruktion, Einkauf und technische Projektbewertung.
Wie steif ist Rigid 10K Resin?
Formlabs nennt einen Zugmodul von etwa 11 GPa für gestrahlte Bauteile und 10 GPa ohne Strahlen – in beiden Fällen deutlich höher als bei klassischen Standard- und Tough-Harzen.
Warum ist Rigid 10K glasgefüllt?
Der hohe Glasfüllgrad erhöht Steifigkeit und thermische Stabilität und reduziert die Verformung unter Last.
Eignet sich Rigid 10K für Spritzgussformen?
Für Rapid Tooling und Kleinserienformen kann es geeignet sein. Druck, Temperatur, Geometrie, Entformung und Stückzahl müssen projektspezifisch geprüft werden.
Ist Rigid 10K schlagfest?
Das Material ist sehr steif, aber nur gering dehnbar. Für Schlagbelastung sind Tough-Materialien in der Regel besser geeignet.
Wie temperaturbeständig ist Rigid 10K?
Formlabs nennt für nachgehärtete und gestrahlte Bauteile eine HDT von 238 °C bei 0,45 MPa und 92 °C bei 1,8 MPa. Ohne Strahlen liegt der Wert bei 0,45 MPa je nach Nachhärtung bei 163 bis 218 °C. HDT ist in jedem Fall keine pauschale Dauergebrauchstemperatur.
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