MJF TPU 3D-Druck für flexible und elastische Funktionsteile
MJF TPU 3D-Druck ist für gummiartige Bauteile gedacht: Dämpfer, Griffe, Schutzteile, flexible Kontaktflächen und komplexe Gitterstrukturen.
TPU ergänzt die steifen MJF-Werkstoffe PA12 und PA11 um echte Elastizität. Für diese kompakte Landingpage dienen Forward AM Ultrasint TPU01 / TPU 88A als technische Referenz.

Die wichtigsten Facts zu MJF TPU
TPU ist thermoplastisches Polyurethan. Der Werkstoff verhält sich gummiartig, kann stark verformt werden und federt nach Belastung zurück. Im MJF-Verfahren lassen sich zusätzlich sehr komplexe flexible Geometrien ohne Formwerkzeug herstellen.
Deutlich flexibler als PA11 und PA12.
Geeignet für Puffer, Schutz und Energieaufnahme.
Für wiederkehrenden Kontakt und funktionale Oberflächen.
Steifigkeit lässt sich zusätzlich über Gittergeometrie steuern.
TPU 88A / Ultrasint TPU01 im Überblick
Die Werte dienen als kompakte technische Orientierung für flexible MJF-Bauteile.
| Kennwert | Typischer Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Härte | 88–90 Shore A | DIN ISO 7619-1 |
| Zugfestigkeit | ca. 9 MPa | Forward AM Referenzwert |
| Zugmodul | ca. 85 MPa | ISO 527-2 |
| Bruchdehnung | bis ca. 280 % | richtungs- und prüfabhängig |
| Rückprallelastizität | ca. 63 % | DIN 53512 |
| Kerbschlag Charpy, 23 °C | kein Bruch | DIN EN ISO 179-1 |
| Vicat A, 10 N | ca. 97–98 °C | DIN EN ISO 306 |
Praxis: Bei TPU sagt die Materialhärte allein wenig über das fertige Bauteil aus. Wandstärke, Hohlräume und Gitterstruktur bestimmen maßgeblich, wie weich oder steif sich die Komponente tatsächlich anfühlt.
Wo TPU im MJF sinnvoll ist
- Dämpfer, Puffer und elastische Anschläge
- Flexible Greiferflächen und Schutzpads
- Griffe, Manschetten und Kontaktflächen
- Wearables und körpernahe Komponenten
- Gitterstrukturen für Komfort und Energieaufnahme
- Elastische Übergänge und Schutzkomponenten
Praxisnahe Einsatzfelder sind beispielsweise flexible Greifer und Robotik-Komponenten sowie individuelle 3D-Druck-Orthesen, bei denen Nachgiebigkeit und körpernahe Geometrien eine wichtige Rolle spielen.
Für steife Gehäuse oder maßhaltige Halterungen ist PA12 meist die sinnvollere Wahl. TPU lohnt sich dort, wo Elastizität selbst Teil der Funktion ist.

Bei TPU entsteht das Bauteilverhalten im CAD
Schon kleine Änderungen an Wandstärke, Zellgröße oder Strebengeometrie verändern die Federwirkung deutlich.
Kompakte TPU-Konstruktionshinweise
| Thema | Startwert / Ansatz | Praxis |
|---|---|---|
| Wandstärke | häufig ab ca. 1,0 mm | dünner = flexibler; lokale Überdehnung vermeiden |
| Bewegliche Spalte | ca. 0,5 mm oder größer | Entpulverung und freie Bewegung sicherstellen |
| Lattice-Streben | projektbezogen, oft ab etwa 1 mm | Zelltyp und Dichte definieren Federkennlinie |
| Radien | großzügig auslegen | Kerbspannungen bei Lastwechseln reduzieren |
| Validierung | realen Prototyp testen | TPU-Verhalten ist stark geometrieabhängig |
PA12, PA11 oder TPU?
Wenn Sie merken, dass TPU zu flexibel oder PA12 zu steif ist, können Sie direkt zwischen den Materialseiten wechseln.
PA12 MJF
Gehäuse, Halterungen, Clips, Vorrichtungen und Serienbauteile.
Material ansehenDuktil & schlagzähPA11 MJF
Schnappverbindungen, Orthesen und dynamisch belastete Teile.
Material ansehenFlexibel & elastischTPU MJF
Dämpfer, Griffe, Schutzteile und Gitterstrukturen.
Aktuelles MaterialBei TPU zählt vor allem eine saubere, frei bewegliche Geometrie
TPU wird meist wegen seiner Elastizität eingesetzt. Deshalb konzentriert sich die Nachbearbeitung auf vollständiges Entpulvern, freie Beweglichkeit und eine Oberfläche, die zur späteren Funktion passt.
Offene Gitter, Kanäle und flexible Zwischenräume müssen so konstruiert sein, dass Restpulver zuverlässig entfernt werden kann.
Nicht nur Shore-Härte, sondern auch Wandstärke, Zellgröße und Strebengeometrie bestimmen, wie weich sich das Bauteil anfühlt.
Zusätzliche Oberflächenprozesse sind nur sinnvoll, wenn sie die gewünschte Elastizität und Rückfederung nicht beeinträchtigen.
Bei Dämpfern, Greiferpads und Lattice-Strukturen ist ein realer Bauteiltest meist aussagekräftiger als ein einzelner Werkstoffkennwert.
TPU-Bauteil kurz prüfen lassen
Sie haben einen Dämpfer, ein Greiferpad, eine flexible Kontaktfläche oder eine Gitterstruktur? KIT3D prüft Geometrie, gewünschte Nachgiebigkeit und Fertigbarkeit und sagt Ihnen, ob TPU die passende MJF-Lösung ist.
Häufige Fragen zu MJF TPU 3D-Druck
Was ist TPU im 3D-Druck?
TPU ist thermoplastisches Polyurethan, ein elastischer Kunststoff mit gummiartigem Verhalten. Im MJF-Verfahren kann TPU zu komplexen flexiblen Funktionsteilen und Gitterstrukturen verarbeitet werden.
Wie weich ist MJF TPU?
Für Ultrasint TPU01 werden typischerweise 88 bis 90 Shore A angegeben. Wie weich sich ein Bauteil anfühlt, hängt zusätzlich stark von Wandstärke und Geometrie ab.
Kann man mit MJF TPU Dämpfer drucken?
Ja. Dämpfer, Puffer und energieabsorbierende Gitterstrukturen gehören zu den typischen TPU-Anwendungen.
Was ist der Unterschied zwischen TPU und PA11?
TPU ist gummiartig und stark elastisch. PA11 ist ein harter Polyamidwerkstoff, aber duktiler als PA12.
Welche TPU-Bauteile sind besonders sinnvoll?
Typische Beispiele sind Dämpfer, flexible Greiferpads, Schutzkomponenten, Griffe, Wearables, elastische Übergänge und Lattice-Strukturen.
ADDITIVE FACTS TPU-Härte ist nur die halbe Wahrheit
Ein massiver TPU-Block und eine offene TPU-Gitterstruktur können dieselbe Shore-Härte besitzen und sich trotzdem völlig unterschiedlich verhalten. Genau diese geometrische Abstimmung macht MJF TPU interessant.