Multi Jet Fusion · TPU 88A · Elastomer

MJF TPU 3D-Druck für flexible und elastische Funktionsteile


MJF TPU 3D-Druck ist für gummiartige Bauteile gedacht: Dämpfer, Griffe, Schutzteile, flexible Kontaktflächen und komplexe Gitterstrukturen.

TPU ergänzt die steifen MJF-Werkstoffe PA12 und PA11 um echte Elastizität. Für diese kompakte Landingpage dienen Forward AM Ultrasint TPU01 / TPU 88A als technische Referenz.

Flexibles TPU-Bauteil als Beispiel für MJF 3D-Druck mit Elastomeren
88–90 Shore AHärte
9 MPaZugfestigkeit
280 %Bruchdehnung X
63 %Rückprallelastizität
TPU in 30 Sekunden

Die wichtigsten Facts zu MJF TPU

TPU ist thermoplastisches Polyurethan. Der Werkstoff verhält sich gummiartig, kann stark verformt werden und federt nach Belastung zurück. Im MJF-Verfahren lassen sich zusätzlich sehr komplexe flexible Geometrien ohne Formwerkzeug herstellen.

Elastisch

Deutlich flexibler als PA11 und PA12.

Dämpfend

Geeignet für Puffer, Schutz und Energieaufnahme.

Abriebfest

Für wiederkehrenden Kontakt und funktionale Oberflächen.

Lattice-fähig

Steifigkeit lässt sich zusätzlich über Gittergeometrie steuern.

Technische Daten

TPU 88A / Ultrasint TPU01 im Überblick

Die Werte dienen als kompakte technische Orientierung für flexible MJF-Bauteile.

KennwertTypischer WertHinweis
Härte88–90 Shore ADIN ISO 7619-1
Zugfestigkeitca. 9 MPaForward AM Referenzwert
Zugmodulca. 85 MPaISO 527-2
Bruchdehnungbis ca. 280 %richtungs- und prüfabhängig
Rückprallelastizitätca. 63 %DIN 53512
Kerbschlag Charpy, 23 °Ckein BruchDIN EN ISO 179-1
Vicat A, 10 Nca. 97–98 °CDIN EN ISO 306

Praxis: Bei TPU sagt die Materialhärte allein wenig über das fertige Bauteil aus. Wandstärke, Hohlräume und Gitterstruktur bestimmen maßgeblich, wie weich oder steif sich die Komponente tatsächlich anfühlt.

Typische Anwendungen

Wo TPU im MJF sinnvoll ist

  • Dämpfer, Puffer und elastische Anschläge
  • Flexible Greiferflächen und Schutzpads
  • Griffe, Manschetten und Kontaktflächen
  • Wearables und körpernahe Komponenten
  • Gitterstrukturen für Komfort und Energieaufnahme
  • Elastische Übergänge und Schutzkomponenten

Praxisnahe Einsatzfelder sind beispielsweise flexible Greifer und Robotik-Komponenten sowie individuelle 3D-Druck-Orthesen, bei denen Nachgiebigkeit und körpernahe Geometrien eine wichtige Rolle spielen.

Für steife Gehäuse oder maßhaltige Halterungen ist PA12 meist die sinnvollere Wahl. TPU lohnt sich dort, wo Elastizität selbst Teil der Funktion ist.

Schwarze flexible Handorthese aus TPU als funktionales 3D-Druck-Bauteil
Konstruktion

Bei TPU entsteht das Bauteilverhalten im CAD

Schon kleine Änderungen an Wandstärke, Zellgröße oder Strebengeometrie verändern die Federwirkung deutlich.

Kompakte TPU-Konstruktionshinweise

ThemaStartwert / AnsatzPraxis
Wandstärkehäufig ab ca. 1,0 mmdünner = flexibler; lokale Überdehnung vermeiden
Bewegliche Spalteca. 0,5 mm oder größerEntpulverung und freie Bewegung sicherstellen
Lattice-Strebenprojektbezogen, oft ab etwa 1 mmZelltyp und Dichte definieren Federkennlinie
Radiengroßzügig auslegenKerbspannungen bei Lastwechseln reduzieren
Validierungrealen Prototyp testenTPU-Verhalten ist stark geometrieabhängig
Oberfläche & Prozess

Bei TPU zählt vor allem eine saubere, frei bewegliche Geometrie

TPU wird meist wegen seiner Elastizität eingesetzt. Deshalb konzentriert sich die Nachbearbeitung auf vollständiges Entpulvern, freie Beweglichkeit und eine Oberfläche, die zur späteren Funktion passt.

Entpulverung zuerst

Offene Gitter, Kanäle und flexible Zwischenräume müssen so konstruiert sein, dass Restpulver zuverlässig entfernt werden kann.

Haptik ist geometrieabhängig

Nicht nur Shore-Härte, sondern auch Wandstärke, Zellgröße und Strebengeometrie bestimmen, wie weich sich das Bauteil anfühlt.

Finishing nur bei Bedarf

Zusätzliche Oberflächenprozesse sind nur sinnvoll, wenn sie die gewünschte Elastizität und Rückfederung nicht beeinträchtigen.

Funktion real testen

Bei Dämpfern, Greiferpads und Lattice-Strukturen ist ein realer Bauteiltest meist aussagekräftiger als ein einzelner Werkstoffkennwert.

Flexible Funktion

TPU-Bauteil kurz prüfen lassen

Sie haben einen Dämpfer, ein Greiferpad, eine flexible Kontaktfläche oder eine Gitterstruktur? KIT3D prüft Geometrie, gewünschte Nachgiebigkeit und Fertigbarkeit und sagt Ihnen, ob TPU die passende MJF-Lösung ist.

FAQ

Häufige Fragen zu MJF TPU 3D-Druck

Was ist TPU im 3D-Druck?

TPU ist thermoplastisches Polyurethan, ein elastischer Kunststoff mit gummiartigem Verhalten. Im MJF-Verfahren kann TPU zu komplexen flexiblen Funktionsteilen und Gitterstrukturen verarbeitet werden.

Wie weich ist MJF TPU?

Für Ultrasint TPU01 werden typischerweise 88 bis 90 Shore A angegeben. Wie weich sich ein Bauteil anfühlt, hängt zusätzlich stark von Wandstärke und Geometrie ab.

Kann man mit MJF TPU Dämpfer drucken?

Ja. Dämpfer, Puffer und energieabsorbierende Gitterstrukturen gehören zu den typischen TPU-Anwendungen.

Was ist der Unterschied zwischen TPU und PA11?

TPU ist gummiartig und stark elastisch. PA11 ist ein harter Polyamidwerkstoff, aber duktiler als PA12.

Welche TPU-Bauteile sind besonders sinnvoll?

Typische Beispiele sind Dämpfer, flexible Greiferpads, Schutzkomponenten, Griffe, Wearables, elastische Übergänge und Lattice-Strukturen.

ADDITIVE FACTS TPU-Härte ist nur die halbe Wahrheit

Ein massiver TPU-Block und eine offene TPU-Gitterstruktur können dieselbe Shore-Härte besitzen und sich trotzdem völlig unterschiedlich verhalten. Genau diese geometrische Abstimmung macht MJF TPU interessant.